Blockseminar "Psychedelische Wissenschaft und Säkulare Bewusstseinskultur"


22.02. – 23.02.
Forum Scientiarum

Liebe Kognis,

das Blockseminar der Fachschaft geht in die nächste Runde!
Dieses Semester freuen wir uns euch mitteilen zu können, dass wir Cyril Costines als Referenten gewinnen konnten. Er wird über bewusstseinsverändende Substanzen reden (eine genauere Beschreibung zu dem Thema des Wochenendes findet ihr unten).

Wann und Wo?
Samstag, den 22.02.2020 (09:00 - 16:00 Uhr)
Sonntag, den 23.02.2020 (09:00 - 14:00 Uhr)
Forum Scientiarum

Ihr habt Lust mitzumachen?
Dann schickt bis zum 30.11. eine Mail mit eurem Studienfach und einer kurzen Motivation (max. 3 Sätze) an lena[dot]holzwarth[at]student[dot]uni-tuebingen[dot]de.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt, also können wir momentan leider keine Teilnahme zusichern.
Vor Beginn senden wir euch vorbereitende Literatur zu, damit wir direkt in eine fundierte Diskussion starten können. Es können nach Einreichen eines 10-seitigen Essays wieder 3 ECTS Überfachliche Kompetenzen angerechnet werden.

Der Workshop setzt geringe fachliche Grundkenntnisse voraus und richtet sich an Studierende aller Stufen innerhalb der Mind/BrainSciences, einschließlich Anthropologie, Biologie, Neurowissenschaften, Psychiatrie, Psychologie und Philosophie.

Zum Einführungsvortrag am Samstag um 9:00 sind alle (auch Nicht-Teilnehmer) herzlich eingeladen.

Liebe Grüße,
Fachschaft Kognitionswissenschaft

Einführung in die Psychedelische Wissenschaft und Säkulare Bewusstseinskultur

Während die einen fasziniert sind, erschüttert andere das psychedelische Erleben oder betreffende Induktionsmethoden zur scheinbaren „Öffnung perzeptueller Tore“. Doch was genau ist das psychedelische Erleben? Wie fühlt es sich an, in einem psychedelischen Zustand zu sein? Wie wirken psychedelische Substanzen und nicht-pharmakologische Bewusstseinstechnologien, etwa meditative Praxen, auf phänomenales Erleben, mentale Prozesse, Gehirn und Verhalten? Was sind die zugrunde liegenden neurophysiologischen Prozesse mystischen Erlebens? Verfügen Psilocybin, LSD und MDMA therapeutische Potenziale zur Behandlung psychiatrischer Störungsbilder (z.B. posttraumatische Belastungsstörung oder behandlungsresistente Depressionen)? Könnte die Psychedelika-unterstützte Psychotherapie einen seriösen Platz im Gesundheitssystem einnehmen? Ist eine rationale Neuausrichtung der Drogenpolitik möglich? Was ist ein guter Bewusstseinszustand? Fördern Psychedelika Kreativität und Wohlbefinden? Helfen psychedelische Zustände, sich auf Sterben und Tod leichter einzustellen? Inwiefern befruchten veränderte Bewusstseinszustände das philosophische Denken über Bewusstsein?

Dieser außerplanmäßige Workshop befasst sich mit empirischen, konzeptuellen und anwendungsorientierten Perspektiven auf verändertes, vorwiegend psychedelisches Erleben. Ziel der zweitägigen Einführungsveranstaltung ist es, Studierende über den aktuellen Wissensstand und die zukünftigen Entwicklungen des transdisziplinären Felds der psychedelischen Forschung und säkularen Bewusstseinskultur zu informieren und zu motivieren, sich kritisch am gegenwärtigen Diskurs über Bewusstsein, veränderte Zustände, ihre Gefahren und Potenziale zu beteiligen. Der Workshop thematisiert auf verschiedenen Beschreibungs- und Analyseebenen (z.B. phänomenologisch, computational und neurowissenschaftlich) das Zielphänomen psychedelisches Erleben und dessen Anwendungen. Neben der umfassenden Informierung über den Gegenstandsbereich vermittelt ein praxisorientierter Kursteil auch achtsamkeitsbasierte Methoden zur stillen Beobachtung des eigenen Bewusstseins.

Scientific research programs on consciousness and its neurofunctional correlates could be greatly optimized if researchers were well travelled in phenomenal state space, if they were cultivated in terms of the richness of their own inner experience as well.
(Thomas Metzinger)

Cyril Costines studierte Biologie, Psychologie, Neurowissenschaften und Philosophie. Seine Arbeit konzentriert sich auf die philosophische und empirische Triangulation des Bewusstseins per se sowie auf die Institutionalisierung einer säkularen Bewusstseinskultur. Unter anderem war er Vorstandsmitglied von MIND European Foundation for Psychedelic Science, einer gemeinnützigen Wissenschaftsorganisation, die er mitgegründet hat. Als Leiter der MIND Academy kuratierte er das Bildungsprogramm der MIND Foundation.