Allgemeine Informationen

Was ist Denken? Wie funktionieren Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Bewusstsein und Sprache im Menschen? Wie kann man dieses Wissen nutzen, um technische Systeme zu entwerfen, die ähnliche Fähigkeiten besitzen? In den frühen Semestern werden die technischen, psychologischen und biologischen Grundlagen vermittelt, um sie in den höheren Semestern miteinander zu verknüpfen und diese Fragen zu klären.

Die Kognitionswissenschaft (Cognitive Science) ist ein relativ junger Wissenschaftszweig mit dem Ziel, kognitive Fähigkeiten zu erforschen. Zu diesen Fähigkeiten werden Wahrnehmung, Motorik, Lernen, Gedächtnis, Problemlösen, Denken und Sprache gezählt. Dabei wird die Kognitionswissenschaft als eine interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Informatik, Linguistik, Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie verstanden. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Computersimulation von kognitiven und neuronalen Prozessen sowie die formalisierte Theorienbildung dieser Prozesse.” (Uni-Beschreibung)

Du interessierst dich für das Fach Kognitionswissenschaft und welche berufliche Perspektiven sich damit ergeben? Auf der offiziellen Seite der Universität Tübingen findest du erste Informationen über die Fachrichtung an sich und auch ein paar Beispiele zu möglichen Berufsfeldern: Link. In unserem Alumni-Bereich (siehe oben im Menü) findest du Erfahrungsberichte von ehemaligen Kogni-Studierenden.

Abgrenzung zum Studiengang Psychologie

Viele wollen Kognitionswissenschaft studieren, da die Abiturnote nicht für Psychologie gereicht hat und sie dies als eine Alternative zum Psychologiestudium sehen. Es gibt zwar thematische Überschneidungen, jedoch sind es zwei durchaus verschiedene Studiengänge.

Gerade der Anteil an Informatik und Mathematik wird oftmals unterschätzt. Ebenfalls ist es dir nicht möglich, über die Kognitionswissenschaften zur Psychologie zu wechseln, wenn du nicht über das normale Auswahlverfahren zugelassen wirst.

Was erwartet mich im Studienalltag?

Natürlich gewinnst du beim Eintritt ins Studium viele Freiheiten (keine Anwesenheitspflicht in Vorlesungen, eigenes Zeitmanagement, in höheren Semestern Vertiefung in den Fächern, die dir gefallen). Jedoch sagte schon ein schlauer Mensch “Viel Macht bedeutet auch viel Verantwortung” (Zitat fehlt). Gerade am Anfang machen Informatik und Mathematik einen großen Teil deines Studiums aus. Hier erwarten dich in der Regel wöchentliche Übungen, bei denen du oftmals einen gewissen prozentualen Anteil erreichen musst, um zur Klausur zugelassen zu werden. Meistens geschieht dies mit einer Übungspartnerin oder einem Übungspartner, was bedeutet, dass man nicht an Partnerarbeit vorbei kommt. Erfahrungsgemäß bestätigt sich, dass man durch Teamarbeit im Studium weiter kommt als alleine. Auch darf der Zeitaufwand der Übungsblätter nicht unterschätzt werden, was jedoch positiv zur Klausurvorbereitung beiträgt und euch in der stressigen Prüfungsphase etwas Luft verschafft.

Um ein bisschen Abwechslung in die Klausurenphase zu bringen, erwarten dich in machen Vorlesungen auch Hausarbeiten zu vielseitigen Themen der Kognitionswissenschaft.

Forschungsseminare sowie das Teamprojekt vermitteln erste Praxiserfahrungen. Hier kannst du mit Kommiliton*innen spannende Projekte aus der Psychologie oder Informatik planen und verwirklichen.

Vor allem erwarten dich im Kogni-Studium aber tolle Leute, ein schönes Tübingen mit Gras und Rasenflächen im botanischen Garten und Stocherkahnfahrten auf dem Neckar.

Brauche ich Vorkenntnisse?

Grundsätzlich sind keine spezifischen Vorkenntnisse nötig. Alles, was du für die jeweiligen Fächer wissen musst, wird in den Veranstaltungen erläutert. Dies bedeutet beispielsweise auch, dass du nicht über Programmierkenntnisse verfügen musst, um Kogni zu studieren. Jedoch ist das Tempo um einiges schneller als in der Schule, was bedeutet, dass du von Anfang am Ball bleiben solltest. Dabei hilft dir neben einer schnellen Auffassungsgabe natürlich auch Fleiß. Ebenfalls sind gute Englischkenntnisse von Vorteil, da du einige wissenschaftliche Artikel lesen werden musst, die in der Regel auf Englisch verfasst sind.

Kann ich einen Schwerpunkt wählen?

Ab dem vierten Semester kannst du in den Wahlbereichen Vorlesungen und Seminare besuchen, die dich wirklich interessieren. Dies nutzen viele, um sich in einem Schwerpunkt zu spezialieren, z.B. Psychologie, Statistik, Linguistik oder Informatik. Die Interdisziplinarität ermöglicht dir auch bei der Wahl deiner Bachelorarbeit eine vielseitige Auswahl.

Wie kann ich mich bewerben?

Alle Infos zur Bewerbung findest du auf der offiziellen Uni-Website

Mein Abischnitt reicht nicht aus. Kann ich trotzdem Kogni studieren?

Da sich in den ersten Semestern viele Veranstaltungen mit den *-Informatik-Studiengängen überschneiden, könntest du dir überlegen, mit einem dieser Studiengänge zu beginnen. Der Übergang zum Kogni-Studiengang in einem höheren Semester könnte dann leichter fallen. Du kannst dich nämlich in Informatik einschreiben und als Nebenfach Kognitionswissenschaft belegen. Wenn du genug Kogni-relevante ECTS gesammelt hast und in der Kognitionswissenschaft Plätze frei werden, kannst du nach einigen Semestern versuchen zu wechseln. Dafür sind deine Abi-Noten nicht mehr wichtig. Es kann dir allerdings niemand garantieren, dass du einen Platz bekommst. Bisher hat das meistens aber ganz gut geklappt.

Wie viele Klausuren schreibt man jedes Semester?

In den ersten Semester schreibt man meist zwischen 5 und 6 Klausuren am Ende des Semesters. In den höheren Semestern werden es dann weniger, dafür müssen dann Hausarbeiten oder Protokolle geschrieben werden. Da Uni-Klausuren im Vergleich zur Schule sehr umfangreich sein können (teilweise 900 Folien pro Klausur), lohnt es sich schon 4-6 Wochen vor Beginn der Klausurenphase anzufangen zu lernen. Der Satz “ich habe für eine Uni-Klausur mehr gelernt als fürs ganze Abi” fällt im ersten Semester ganz gerne. Aber nicht abschrecken lassen, es lohnt sich und alle sitzen im selben Boot.

Ich will nahe an der Uni wohnen, wo soll ich hinziehen?

Für die Veranstaltungen aus den verschiedenen Bereichen (Informatik auf der Morgenstelle, Psychologie im Tal) musst du meist in das entsprechende Institutsgebäude oder eines der Hörsaalzentren in der Stadt oder auf der Morgenstelle. Deswegen wirst du zwangsweise oft umherfahren müssen, ob mit Bus oder Fahrrad (Vorsicht Hügel) ist dir überlassen. Deswegen gibt es wohl keine ideale Wohnlage für Kognitionswissenschaftler*innen in Tübingen. Natürlich bietet sich die Altstadt aufgrund der zentralen Lage immer an, aber auch in den anderen Stadtteilen gibt es gute Wohnung oder auch Wohnheime.

Ich habe mich eingeschrieben. Was sind die nächsten Schritte?

Wenn du eine Zusage bekommen hast, hilft dir ein Klick auf diesen Link.

Ich habe noch ungeklärte Fragen. An wen kann ich mich wenden?

Hier helfen dir gerne deine Ansprechpartner*innen weiter.